© by Christina Scherrer 2019

ARCHIV & Kritiken

WUT von E. Jelinek

Mit Sprache gegen das Unsagbare - Kritiken - (Premiere: 4.September 2019 Kulturhaus Dornbirn)

.... Todesengeln gleich mit großen schwarzen Flügeln treten die vier Darstellerinnen zunächst auf, um dann zu den Klängen von „Knockin’ on Heaven’s Door“ in eine Himmelswelt zu gelangen – große, weiße Wolken und eine Himmelstreppe in einem blauen Raum prägen in der Folge das nahezu comicartige Bühnenbild... Einzeln oder gemeinsam wird Jelineks Gedankenstrom, der teilweise eine nicht unerhebliche Sogwirkung entwickelt, mit phasenweise stark performativem bzw. Chor-Charakter zelebriert... Die vier Akteurinnen changieren zwischen Wut, Zorn, Verzweiflung, Unverständnis und Hoffnungslosigkeit, mit ziemlicher Präzision und äußerst vielschichtig.... Die Dornbirner Inszenierung von „Wut“ ist ein stark verdichtetes und kompaktes Stück ...

(Brigitte Kompatscher, Die NEUE)

... Es sind große Fragen, die die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in Wut herausschreit... Geschrieben 2015 unmittelbar nach den Anschlägen in Paris auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt, ein Text mit Furor... In Dornbirn zeigt das Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung (Unpop) jetzt eine konzentrierte Interpretation... In kurzer Zeit wurde das Ensemble zu einer wichtigen Stimme der Vorarlberger Theaterszene... Regisseur Kasimir inszeniert Jelineks Text schnörkellos, vertraut ganz auf die Sprache... Durch seine konzentrierte Lesart und kluge Aufteilung der Jelinek'schen Textfläche legt Stephan Kasimir die analytisch-hinterfragende Ebene frei: Woher kommt diese Gewalt, dieser Hass, die schon in den antiken Sagen von Prometheus und Herakles ins Elend führten?...

(Julia Nehmiz, Der Standard)

... "Wut" von Elfriede Jelinek ist erwartungsgemäß ein dichter Text, anspruchsvoll und fordernd ….Vier Todesengel formulieren darin ihre rasende Wut…Regisseur Stephan Kasimir stand für Jelineks Wutausbruch ein starkes Ensemble zur Verfügung. Christina Scherrer, Katharina Haudum, Michaela Spänle und Maria Strauss spielten sehr präzise. Große Teile des Textes sprachen sie als Chor und meisterten dies bis zum Ende souverän ...

(Mona Egger Grabher, APA )

Der Grosse Marsch von W.Lotz

Kulturhaus Dornbirn / Februar 2019

„Wer nicht das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“ Das gilt auf dieser Bühne sowieso, wo ein Stück, mit dem sich der Autor gegen politische Ansprüche eines Theaters auflehnt, das nach Authentizität heischt, obwohl es diese nicht geben kann, nicht zuletzt auch sehr viel Humor erfährt. Sei es durch die exzellente Christina Scherrer als Moderatorin eines Showabends, durch die einfache, aber wirkungsvolle Ausstattung, durch Robert Kahr, Helga Pedross oder Anwar Kashlan, der sich erlauben darf, Wolfram Lotz – ätsch – einfach stottern zu lassen. Viel Applaus.

Christa Dietrich, Vorarlberger Nachrichten

 

Unter dem Motto „Je schräger umso besser!“ lieferten die Theatermacher Stephan Kasimir (Regie) und Caro Stark (Ausstattung) mit „Der große Marsch“ ein weiteres Mal den Beweis, dass das Duo mit außergewöhnlichen Texten ganz wunderbar umgehen kann. Und, dass ihr Humor, von dem sie eine ganze Menge haben, ein besonderer ist!

Dagmar Ullmann - Bautz, Kulturzeitschrift

Die Darsteller bieten viel in diesem Theater-Universum, wie Kashlan, Maria Fliri, Luis Lüps, oder Helga Perdross als Lotz’ Mutter. Für einen erhebenden Moment sorgt Robert Kahr als singende Meerjungfrau. .... Dieses Stück macht den Möglichkeitsraum von Theater für das Publikum erlebbar, der weit über die Realität hinausweist – voller Fantasie, schräger Witze und mit augenzwinkernder Selbstreferenz....

Lisa Kammann, Die Neue

Der eingebildete Kranke

Lustspielhaus Wien 2018

Da flimmert das Wiener Herz - Kronen Zeitung vom 18.Juli 2018

"...Moliéres Geschichte ist in der Verwienerung ein wenig straffer: böse geldgierige zweite Ehefrau die mit dem Notar ein Gspusi hat, will die Tochter des Hypochonders Albert um die Erbschaft bringen. Der ist seinem Arzt und dessen überteuerte Behandlungen verfallen. Peter Lodynski verdodelt ihn als Dr. Vorhoff-Flimmer gewohnt herzhaft. Haushälterin Toni (sypathisch: Theresia Haiger) und die Tochter (herzig flott. Christina Scherrer) hauen sich auf ein Packl und blamieren die böse Stiefmutter. Ende gut alles gut...  Sommertheater wie´s die Wiener Stadt verdient. "

SCHATTEN von E.Jelinek

F23 Wien / Biennial of the Arts Innsbruck / Odeion Salzburg

Mitterecker unternimmt mit Schatten eine Hörbarmachung ohne illustratorische Ambitionen. Es sind schließlich die Redepositionen in den Jelinek-Texten, die die dramatische Essenz ausmachen… In der ehemaligen Sargerzeugung F23 (wie passend) nützt Sabine Mittereckers Inszenierung die abgerockte Patina der Industriehalle. Das Publikum bewegt sich frei als mäandernde Menge, in die die Schauspielerinnen immer wieder Redeschneisen schlagen und den von Witzen unterwanderten Text so am Atmen halten.
Margarete Affenzeller / Der Standard

Interview mit Sabine Mitterecker / Margarete Affenzeller / Der Standard

Leichtfüßig und spannend: „SCHATTEN (Eurydike sagt)“ von Elfriede Jelinek
Mitterecker hat gekonnt die heiteren, ironischen Passagen herausgearbeitet. Ein wuchtiger, würdiger Abend.
Thomas Trenkler / Kurier

…mit den hervorragenden Schauspielerinnen Sarah Melis, Christina Scherrer, Alexandra Sommerfeld und dem Klangregisseur Wolfgang Musil in Wien-Liesing…eindrucksvoll!
Florian Krenstetter / Kronen Zeitung

 

Wie eine Partitur verteilt Regisseurin Mitterecker den Text auf drei Schauspielerinnen. Glasklar (…) die Sprache, präzise und pointiert. 
Petra Paterno / Wiener Zeitung

Sabine Mitterecker teilt den Text auf drei Schauspielerinnen auf…Ihre durch Mikroports verstärkten Stimmen schweben, auch wenn man gerade nicht weiß, wo sich die Körper dazu befinden, wie Schatten im Raum. Der fein gearbeitete Text wirkt dadurch umso frischer, und alle drei Eurydiken erhalten plastische Persönlichkeiten, denen man nur allzu gerne ihr eigenes Rockkonzert gönnt.
Martin Pesl / FALTER

Lupus in fabula

"Lupus in Fabula": Übers Sterben des Vaters

 

Sandra Schüddekopf hat Henriette Dushes preisgekröntes Stück für das Theater Drachengasse inszeniert

Der Himmel hängt voller Kleinzeug... Es ist ein Hausstand, der eine Funktion verloren hat. Alles ist hier in der Schwebe, denn der Vater liegt im Sterben. Und auf dem weißen Boden der Bühne (Andrea Fischer) versuchen die drei Töchter, mit den Tatsachen umzugehen. Mit dem Sparticket kommt die Jüngste ans Sterbebett gefahren. Alt genug und trotzdem noch orientierungslos ist sie im Leben. Die Mittlere hat ihr Neugeborenes dabei und flüchtet sich in Fantasien. Die Älteste indes hat ihr eigenes Leben schon länger aufgegeben, um den Bettlägerigen zu pflegen. Wie viel dieser körperlich mit dem Säugling gemein hat, etwa die "Scheiße", die man wegmachen muss, die Hilflosigkeit und die Unfähigkeit, sich zu artikulieren, will oder kann nur sie (Wiltrud Schreiner) wahrhaben. Die anderen beiden (Christina Scherrer, Karola Niederhuber) wollen das nicht hören. Sie vertragen keine Details, reagieren gar empört auf sie: Wie kann man nur so etwas sagen?! Beim Sterben kommen die Leut' z'samm. In Henriette Dushes Lupus in Fabula stoßen sie auch aufeinander. Mit Requisiten sparsam, inszeniert Sandra Schüddekopf das Stück, das 2013 den Autorenpreis beim Heidelberger Stückemarkt gewann, konzentriert auf die Sprache. Chorische Erzählungen geteilter Erlebnisse münden immer wieder in gemeinsame Bewegungen. Beim Stadt-Land-Fluss-Spielen mit dem geografiebegeisterten Vater, da sind die drei sich einig, hatte man nie eine Chance. Aber es kracht zwischen den Schwestern auch immer wieder. Dass eine immer in allem besser sein wollte als die andere, trägt man einander heute noch nach. Diese Zwiste sind dekoratives Element, manchmal sind sie komisch wie die Frage: Was zur Beerdigung anziehen? .... Stark ist der einunddreiviertelstündige Abend da, wo es ans Eingemachte geht, um die Pflege, den Tod, die damit verbundene Belastung. Da gewinnt er an Kraft. Die Lustigkeit sonst steht ihm gefühlt oft eher etwas im Weg.

(derStandard.at, 6.3.2018)

Herdentiere zwischen Muh und Omm

Der Standard, 5. 05.2015

"Yellow Line" im Theater Drachengasse

Yellow Line ist (...) aktueller, als die Programmplaner ahnen konnten: Die Handlung beginnt mit der Festnahme eines nordafrikanischen Fischers, der beschuldigt wird, er habe nach Europa fliehen wollen. Dass eine fliegende Kuh sein Boot zerstört hat, glaubt ihm die Polizei nicht - und ebenso wenig, dass er eigentlich viel lieber nach Hause will. Bis geklärt ist, welche Art von Dämon das fliegende Rindviech war, vergehen 95 kurzweilige Minuten, in denen sich das tolle Ensemble (Volker König, Christina Scherrer, Horst Heiss, Doris Hindinger) auf einer Bühne mit drei Ebenen - auch akrobatisch - herzhaft verausgabt. (Roman Gerold, 5.5.2015)

Frauenpower Grotesk mit Puppen

(sasch) / Wieninternational 22.01.2015

(...)Klingt nach einem wilden Mosaik – und das ist es auch. Rosa Luxemburg, Heiner Müller, Thomas More und einige mehr, sie alle haben Kurzauftritte. Historische und politische Bildung kann bei diesem Stück also wahrlich nicht schaden. Trotz allem: auch wer nicht bestens informiert ist, kann unterhalten werden. Absurd komische Tanzeinlagen – u. a. eine Parade zu Beginn des zweiten Teils –, wunderbar funktionell wie witzige Kostüme und das hervorragende schrullig-kindliche Spiel von Christina Scherrer lockern die Stimmung enorm. Und dann wäre da noch die Überleitung vom Schauspiel zur Diskussionsrunde, die mit bekannten Gästen aus Politik und Journalismus nahtlos an das Stück anschließt – eine Politdiskussion dieser Art hat man so sicher noch nicht gesehen.

UNTER TAGE // Goodbye Europe II

Falter, 22. Jänner 2015

" Drei Schauspieler lassen Figuren der Geschichte nicht ohne Ironie plastisch werden, ein wundersames Wesen mit übergroßer Maske tänzelt durch die Zeiten und kommentiert mit pointierter Zunge. Das allein schafft Kontinuität. Bärbel Strehlaus Stück schwenkt vom Festakt zum 40. Jahresakt der DDR-Gründung (1989) an die Front des Ersten Weltkriegs, auch Krisen der Gegenwart werden gestreift."

UNTER TAGE // Goodbye Europe II

von Stefanie Panzenböck // OE1 Kulturjournal 16.01.2015

Drei junge Menschen aus dem 21. Jahrhundert landen im dunklen Nirgendwo und müssen sich der europäischen Geschichte stellen. Während der erste Teil der Triologie "Goodbye Europe" vor allem eine Bestandsaufnahme der politischen Situation in Europa ist und sich konkret mit dem Mauerfall beschäftigt, ist "Unter Tage" eine politische Groteske, die in den Wunden, Schuldfragen und Tabus des vergangenen Jahrhunderts bohrt. Zentral im Verlauf des Stücks ist "das Wesen", übrigens hervorragend gespielt und getanzt von der Sängerin und Schauspielerin Christina Scherrer.


Das Wesen wird für die Zuschauer zu einer Orientierungshilfe. Denn in "Unter Tage" überschlagen sich die Ereignisse, überlappen sich die Zeiten: Einer meldet sich freiwillig für den Ersten Weltkrieg, der erst 1980 geboren wurde, Rosa Luxemburg kehrt zurück und erzählt, was sie denn an Lenins Stelle alles anders gemacht hätte. In einem Archiv bzw. Geisterbahnhof leben also historische Figuren, deren Taten und Wirken noch immer nicht aufgearbeitet sind. Eine dieser Figuren ist Erich Honecker, einer der mächtigsten Protagonisten der ehemaligen DDR.

FINSTERE TÄLER

Dunkles und Heiteres (von Martin Thomas Pesl, Der WIENER vom Jän/Feb 2015)

Die Scherrer und der Beubler machen sich - und Ihnen - einen Spaß. (...) Christina Scherrer und Jakob Beubler sind Schauspielende mit dem unschätzbaren Ass im Ärmel, auch gut und gerne zu singen (...) Das Schönste aber ist der durchaus große musikalische Aufwand, mit dem Macho Scherrer und Softie Beubler die Ohrwürmer der zweiten Reihe so umarrangieren und neu interpretieren, dass ihnen das jagend Ohrwurmhafte ausgetrieben wird und man sie immer noch sehr, sehr mögen kann. So kommen sie sogar mit dem Sakrileg durch, sich Monthy Python anzueignen. Man kann diesen Abend buchen. Es lohnt sich.

Goodbye Europe

GOODBYE EUROPE oder wie ich den Mauerfall verpennte

 

Stefan Schlögl; freier Journalist; u.a. für DATUM, Seiten der Zeit, derStandard.atEuropa, (…) kann wider Erwarten auch prickelnd sein. Zu erleben war ein quirliges Dokumentartheater, das kluge Fragen stellte – und sich gleichzeitig davor hütete, in tumbe Ostalgie zu verfallen. Zwischen 1989 und ergo der Implosion des Ostblocks bis zu den aktuellen Identitäts- und Wirtschaftskrisen in der Europäischen Union wird der Handlungs- und Reflektionsbogen gespannt, die drei Darsteller Jakob Beubler, Boris Popovic und Christina Scherrer sezieren mit Aplomb und Verkleidungsfuror den Umbruch von 1989 und dessen Folgen. In Puppengestalt trat der DDR-Vorzeigekünstler (Heiner Müller) im Laufe des zweistündigen Abends immer wieder auf und durfte seine innere Zerrissenheit im Schatten des Umbruchs zur Schau stellen. Schlau inszeniert, ohne erhobenen Zeigefinger, arbeitete sich der Puppen-Müller an seiner Unentschiedenheit ab. Toll, im Palais Kabelwerk, einer kleinen Spielstätte abseits der großen kulturellen Fressmeile, ein so blendend aufgelegtes Ensemble erleben zu dürfen, das mit den aus Zitaten und O-Tönen von Heiner Müller, Christa Wolf, Rio Reiser oder Erhard Busek collagierten Texten so leichtfüßig umzugehen weiß.

 

(Falter, 19.06.2013) von Sara Schausberger

"Vieles klingt spannender als das: ein Theaterstück über die EU mit einem Expertengespräch im Anschluss. Umso beeindruckender, wie unterhaltsam und clever Bärbel Strehlaus politisch-poetisches Dokumentartheater "Goodbye Europe!" ist. Drei Schauspieler und eine großartige Heiner-Müller-Puppe stellen sich den Themen DDR, Mauerfall, EU und Krise. Zwischendurch wird getanzt, Rio Reisers 'Der Traum ist aus' gesungen, die ARD-Tagesschau geschaut, und Christa Wolf kommt auf Besuch. Die atemlose Theatercollage wirft mit großer Leichtigkeit kluge Fragen auf und verliert auch im Expertengespräch nicht ihren Witz."

Playing Sarah and Paul

GUNKL (Günther Paal, Kabarettist) über Playing Sarah and Paul:"Da werden die so großen Themen Liebe und Freundschaft, Mann und Frau in wirklich würdiger, und sehr, sehr lustiger Weise auf – wie man unter Fußballern sagt – engem Raum brillant durchjongliert. Ich hab’s gesehen und ich hab alles daran gemocht; das Stück, die Geschichte, die Figuren, die Schauspieler, und den Umstand, daß es sowas Nettes überhaupt gibt."

Die Ballade von El muerto

Wiener Online APA, 07.06.2013   © Nick MangafasAm Donnerstagabend feierte “Die Ballade von El Muerto”, ein Stück über den mexikanischen Drogenkrieg, im Rahmen der Wiener Festwochen Premiere. Laut Autor Juan Tafur soll dieses Stück einen Außenblick von Nicht-Mexikanern “auf eine konkrete Realität in diesem Land, die von Brutalität und Gewalt geprägt ist” liefern.“Narcocorridos”, also “Drogenballaden” waren das musikalische Ausgangsmaterial für “Die Ballade von El Muerto”. Ein Stück der Wiener Festwochen, das angelehnt an die “gesungene Verherrlichung der Kartellbosse und der Narco-Kultur”, die Geschichte des Auftragskillers El Muerto erzählt, der in Gefangenschaft gerät und von einem Staatsanwalt im doppelten Wortsinn zum “Singen” gebracht werden soll. ...Umrahmt und unterbrochen wird das Geschehen von einem Chor in Gestalt einer Band, die die “formenpluralistische” Musik des argentinischen Komponisten Diego Collatti zum Besten gibt. Diese reicht vom Rocksong über volkstümliche Balladen bis zur leidenschaftlich geschmetterten Arie.Der mexikanische Drogenkrieg auf der Bühne. Helmut Berger gibt sein Bestes, um als hartgesottener mexikanischer Fiscal durchzugehen, der durch seine mal kumpelhaften, mal brutalen Verhörmethoden zum Ziel kommen will. ... Mutter (der stimmliche Höhepunkt des Abends: Ingrid Habermann), Geliebte (Christina Scherrer) und blinde Zeugin (Elisabeth Nelhiebel) auftreten und mal auf Spanisch, mal auf Deutsch von ihrem Leid singen. El Muerto wird zusehends mit seinen eigenen Taten konfrontiert, die er jedoch nicht bereuen kann.

Der Kaufmann von Venedig

DER KAUFMANN VON VENEDIG

 

"Christina Scherrer als kecke Porcia überzeugt

mit allen Registern einer Komödiantin!"   VOLKSBLATT, Juli2012"...Christina Scherrer und Ursula Ruhs sind ein kongeniales Duo das die Männerwelt mit ihrern eigenen Waffen schlägt..."  KRONE, Juli 2012

Startguthaben nr 4

HURRA - Es ist alles trostlos

26. April 2012  Europeanculturalnews
 

Rollercoaster „Zeitgeist“ – alles einsteigen und anschnallen bitte: Garantiert wird eine große Portion Weltungergangsgefühl, eine Tragikomödie aus dem fast richtigen Leben und eine Prise Absurdität. Wer hier nicht schwindelig nach Hause geht, ist selber schuld! Man muss sich ein Gerüst so vorstellen - Garage X Wien ....Christina Scherrer und Johannes Schüchner hanteln sich anfänglich ängstlich und unbeholfen über das, was noch an begehbarem Stadtmaterial da ist, geraten angesichts der Aussichtslosigkeit ihres Daseins in größten Beziehungsstress, um – Ende gut, alles gut, doch noch zueinander zu finden und von einer neuen, gemeinsamen Zukunft zu träumen. Wenn auch in einem höchst instabilen Zustand, auf der Spitze eines Plastikhockerturmes fest aneinandergeklammert. Anna Katharina Winkler schaffte es in ihrer Inszenierung, die Fragilität unseres Planeten in einem eindrucksvollen Spiel mit dem Ungleichgewicht zu veranschaulichen und die Menschen dennoch als Wesen zu determinieren, die eine enorme Kraft vorweisen können – die Hoffnung. (Foto: Jasmina Haddad)

Hamlet CORP.

Hamlet 2.0 im OFF-Theater: Und Cut!

03.02.2012 | HEIDE RAMPETZREITER (DiePresse.com)

 

William Shakespeare hat mit seinem "Hamlet" ganz schön was vorgelegt. Das merkt man auch im Off-Theater, wo das Stück unter technischen Spielereien leidet."Hamlet" ist ein unglaublich anspruchsvolles Stück, das dem Ensemble08 in den dialogischen Passagen mehr, in den monologischen weniger gelingt. Wenn der Prinz (akustisch teils schwer verständlich: Markus Schöttl) mit seiner Ophelia (überzeugend mädchenhaft: Martina Ebm) flirtet und spielt, mit Polonius (komödienhaft: Kajetan Dick) seine Scherze treibt: Hier liegen die starken Momente. Gelungener Einfall: Rosenkranz und Güldenstern in Personalunion als abgelegte Geliebte (Christina Scherrer). Das funktioniert erstaunlich gut. ... (Foto: Markus Kloiber)

Barbie Doll - Eine musikalische Zustandsbeschreibung

Kritik zum 2. Soloprogramm

ABGRÜNDE DER WEIBLICHKEIT

 

WIENER ONLINE. Martin Thomas Pesl | 04.11.2011

 

Sie ist 24 und präsentiert schon ihr zweites Soloprogramm. Bildhübsch und selbstbewusst entwaffnet die junge Schauspielerin Christina Scherrer ihr geheimnisvolles Lächeln, man weiß nicht recht, wo man sie einordnen soll. Eine Aura, die die Scherrerin auch im Laufe dieser Vorstellung nicht ablegt. Was die Neugier definitiv weckt. „Barbie, Doll and Bunny – funny? Eine musikalische Zustandsbeschreibung“ heißt der kurze Abend, den Christina Scherrer zusammen mit der Regisseurin Anna Winkler erarbeitet hat. Bezeichnungen, die sie offenbar für sich selbst abtestet, wenn sie die Einsamkeit und Verderbtheit des Showbusiness verhandelt, das weniger Talent und Charisma, als vielmehr einfach nur den Körper von der Frau verlangt. Wie wir ja alle wissen. So geht der Abend los, um dann durch seltsam schräge Abgründe der Weiblichkeit zu mäandern...Insgesamt erwecken die Figuren, die wahrscheinlich alle Facetten im scherrerschen Identitätskosmos repräsentieren, den Anschein, schon so manchen Abgrund auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erlebt zu haben und in der Theorie zwar abgebrüht drüberzustehen, in der Praxis aber eben nicht ganz. Aus den einzelnen, sympathisch-abseitigen Scherrer-Splittern setzt sich jedoch kein glasklares Bild zusammen.Unmissverständlicher als das dramaturgische, schreibende legt die Künstlerin einerseits ihre schauspielerische Vielfalt (die Figur des tiafen Zuhälterschweins erster Güte ist der reinste, nein, der schmutzigste Genuss!), andererseits ihr musikalisches Können an den Tag. Oder besser gesagt ihr unmusikalisches Talent. Denn die Figuren, die sie darstellt (Handpuppen inklusive), lieben es zu singen, so wie man sich unter der Dusche dem grölenden Pathos hingibt: Hoch, tief, versifft, enthusiastisch – diese Bandbreite von grölend bis Musical, mit der Scherrer Hits unterschiedlichster Natur, wie “Toxic” oder “Für dich soll’s rote Rosen regnen”, in Begleitung des Pianisten Matthias Klausberger darbietet, dabei trotzdem immer den richtigen Ton treffend, macht wahrlich Freude. Famos gelungen Vanessa Riederers Kostümbild, das alle paar Minuten elegant wechselt und die vielseitige Akteurin jedes Mal neu zu erfinden scheint.

EIne Schlagernacht mit Toni Wolf

SCHLITZOHRWURMFORTSATZ​

(Wiener ONLINE.at ) von Martin Thomas Pesl

"Geheimtipp: „Eine Schlagernacht mit Toni Wolf“ von Flo Staffelmayr im Ottakringer Werk.​Tatsächlich tritt da ein Mann auf, Toni Wolf genannt (Georg Blume), und singt – live und auf Video – Ohrwürmer  wie „Liebe, die wir fühlten“, sauber und stadltauglich (Musik: Florian Wagner). Sein größter Fan, eine gewisse Rosemarie (Christina Scherrer), ist Vorsitzende des Seenhofner Toni-Wolf-Fanclubs und interviewt in dieser Funktion den Star rund um seinen Auftritt auf einer wackligen Parkbank in einer künstlichen Wiese hinter einer behelfsmäßigen Markise (Bühne: Schwin). Als echter Hardcore-Fan ist sie völlig manisch und bringt den an sich professionellen und nie um eine schleimige Antwort verlegenen Toni gehörig in Bedrängnis. In Wahrheit ist sie aber die Handlangerin des grusligen Seehofner Bürgermeisters. Staffelmayrs Text ist ein Hindernisparcours für alle, die ihn sprechen müssen. Sein Ensemble meistert ihn sichtlich angestrengt, aber erfolgreich. Christina Scherrer als Rosemarie etwa ist hinter ihrem starren Lächeln punktgenau in ihrer Präsentation von Kaskaden wie „Somit. Bühne frei. Für. Für ihn. Für Toni. Für meinen. Für aller unser. Für Toni Wolf. Darum Applaus. Jetzt.“ (...)

Sicher ist Sicher

Theater Drachengasse

SCHOCKIERENDE VERHALTENSMUSTER DES ALLTAGS

(Wiener Zeitung, 17. November 2010)

​Als erste von vier Eigenproduktionen hatte jetzt im Theater Drachengasse "Sicher ist sicher" Premiere. Der junge Schweizer Autor Olivier Chiacchiari präsentierte schockierende Verhaltensmuster des ganz alltäglichen Wahnsinns. Zwei Menschen warten an einer Bushaltestelle, beginnen zu reden, verstehen einander aber nicht. Dominiert sind sie von der Angst vor dem Fremden, und so führt ein kleines Missverständnis beinahe zu einer Katastrophe, tatsächlich jedenfalls zum Chaos. Besonders als sich auch noch ein Sicherheitsbeamter einmischt. Sie fürchten sich vor einander, bedrohen einander: Nutznießer des Irrsinns ist schließlich eine lachende Dritte. Das hervorragende Darstellerquartett (Wolfgang Olivier, Katja Reichert, Giuseppe Rizzo, Christina Scherrer) bringt das Publikum zum Lachen, zum Nachdenken, zum Frösteln. "So viel irrwitzige Dummheit kann es doch gar nicht geben", denkt man und weiß in Wahrheit, dass man ihr täglich begegnet. Die einfallsreiche Ausstattung von Fiona Brady ist ein wesentlicher Faktor dieser gelungenen österreichischen Erstaufführung.

Scheinbar Treibgut

GESELLSCHAFTSPOLITISCHE ROMANZE MIT BRÜCHEN

(von Hilde Haider-Pregler, Wiener Zeitung, Fr.10.Sept.2010)

 

Flo Staffelmayr, Autor, Schauspieler, Filme- und Theatermacher mit österreichisch-französischem Background, erzählt in "Scheinbar Treibgut" eine Herz-Schmerz-Geschichte mit ironischer Distanz, baut in die Dialoge gesellschaftskritische Statements ein und schiebt überdies in parodistisch-brechtianischer Manier Bänkellieder ein, etwa: "Die einen sind im Dunkeln / Die andern sind am Funkeln . . ." usw. (...) präzise gearbeiteten, respektablen Uraufführungs-Inszenierung von Artur Ortens, mit der das "Theater Ansicht" am Schauspielhaus gastiert, durch die hochdramatische Darbietung von Karoline Gans, vom erst neunjährigen Akkordeonspieler Felix Rudorfer tapfer und professionell unterstützt, noch eine zusätzliche Steigerung.Umso mehr überzeugen die schauspielerischen Leistungen auf der praktikabel und funktionell mit weißen Stoffbahnen ausgestatteten Bühne. Vor allem Christina Scherrer gestaltet als lebenspragmatische Freundin des vor der Realität zurückschreckenden Möchtegern-Literaten Peter, den Markus Schöttl mit sensibler Komik charakterisiert, eine mit authentischer Selbstverständlichkeit agierende Figur, die auch papierene Dialoge gekonnt zu pointieren weiß.

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